Modul 1: Haltungs- und Handlungssicherheit als Kompass für Basiswissen und Entscheidungskompetenz (Peter Stieler)
Rechtsgrundlagen der Arbeit
- Materiell rechtliches Grundlagenwissen aus Völkerrecht, GG, BGB und SGBVIII
- Das Familien-Rechtehaus als Grundlage verfassungsgemäß vorgegebenen Handelns im dienenden Pflichtenrecht aller Erwachsenen
- Das grundlegende Verhältnis zwischen Recht und Pädagogik
- Das FamFG und die Rolle des Jugendamtes im Familiengericht - grundsätzlich und konkret
Die Subjektstellung des Kindes
- Die gesetzlich vorgesehene Subjektstellung des Kindes im Kontext der „materiell berechtigten Interessen der Beteiligten“
- Das Zusammenspiel von Kindeswohl, Kindeswille, Sorgepflicht und Wächteramt
- Interne Aufgabenkreise mit getrennten Verantwortungs- und damit Machtbereichen von ASD/ PKD/ AVM
- Lesen und Verstehen einschlägiger Entscheidungen von AG / OLG / BVerfG u.a. als Entscheidungsressource für den Alltag
- Sich daraus ergebende Handlungs- und Haltungssicherheiten als Transfer in der beruflichen Praxis
Modul 2: Die Rolle(n) des ASD – Handeln in einem komplexen Arbeitsfeld (Sina Schwerdfeger)
- Zwischen Hilfegewährung und Wächteramt – das Aufgabenprofil
- Wer bin ich? Welche Erfahrungen bringe ich mit und wie könnten sich diese positiv/negativ auf meine Arbeit auswirken?
- Rollen in den Arbeitsbereichen: Welche Entscheidungsgewalt habe ich, wie wirken sich meine Entscheidungen auf die Biografien von Kindern/Familien aus?
- Kooperation und Haltung: Strukturelle und fallbezogene Kooperation, wie Ehrlichkeit und Transparenz Klarheit schafft
- Reflexion meiner Haltung gegenüber Klient*innen
- Umgang mit Stressoren
Modul 3: Rechtliche Grundlagen - Sozialverwaltungsrecht (Prof. Jörg Reinhardt)
- Grundlagen des Allgemeinen Verwaltungsrechtes: Verfassungs– und Sozialrechtliche Grundsätze
Beurteilungsspielräume und Ermessen, Amtsermittlung, Neutralität und Mitwirkungspflichten - Internationale, sachliche und örtliche Zuständigkeit (Überblick)
- Verwaltungsakt und Bescheiderstellung
- Betroffenenrechte, förmliche und formlose Rechtsbehelfe
- Datenschutz (Überblick)
Modul 4: Rechtliche Grundlagen - Jugendhilferecht (Peter Stieler)
- Aufbau des SGBVIII
- Übersicht über die örtliche Zuständigkeit (§§ 86 ff. SGBV III)
- Leistungsrechtliche Grundlagen, Formen der Leistungen (ambulant etc.)
- § 19, 27ff., 41, der zunehmend an Bedeutung gewinnt
- 35a SGB VIII: Eingliederungshilfe Inklusionscharakter, Arten der Beeinträchtigung, Antragsprozedur
- Kooperation mit der wirtschaftlichen Jugendhilfe (Aufgaben, Leistungsspektrum, Kostenbeitragserhebung)
Modul 5: Gesprächsführung und Beratungsauftrag (Sina Schwerdfeger)
Gesprächsführung
- Systemische Ansätze in der Gesprächsführung
- Ansätze wertschätzender und konfliktfreier Kommunikation
- Aufbau und Struktur eines Beratungsgespräches
- Umgang mit Störungen, Widerstand und Zwangskontext
- Gesprächsführung im Kinderschutz/ Konfrontationsgespräche bei Verdacht auf KWG
Beratung
- Beratung in einer „verständlichen, nachvollziehbaren und wahrnehmbaren Form“
- Beratung in unterschiedlichen Lebenslagen: Trennung, Scheidung, Umgang, Erziehungsberatung, Beratung im Umgang mit anderen Behörden, Vermittlung
- Rolle im Trennungs-, Scheidungs- oder Umgangsverfahren: Aufgaben, Stellungnahmen und Mitwirkung im Prozess
- Beteiligung von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Familien
Modul 6: Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (Prof. Dr. Heinz Kindler)
Grundinformation zum Gegenstandsbereich
- Warum kommt es zu Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch? Auf welche Eltern und Kinder treffen Sie? Diskussionsstand zu „nicht-klassischen“ Gefährdungsformen: Miterleben von Partnerschaftsgewalt, Hochstrittigkeit, radikalisierte Eltern
Grundlagen des Kinderschutzrechts
- Schwellen im Kinderschutz (z.B. Kindeswohlgefährdung); rechtliche Anforderungen an das Kinderschutzverfahren im Jugendamt; familiengerichtliches Kinderschutzverfahren; Garantenstellung, Auskunftsrechte und Verschwiegenheitsverpflichtungen
Handwerkszeug zu den Aufgaben im Kinderschutz
- Ersteinschätzung von Gefährdungsmitteilungen; Einbezug von Eltern und Kindern; weitere Informationsquellen; Gefährdungseinschätzung im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte; Schutz- und Hilfekonzepte bei Gefährdung; Anrufung des Familiengerichts und Auftreten bei Gericht.
Weitere Aspekte
- Vernetzung im Kinderschutz
- Fehlerquellen und Qualitätsentwicklung in der Kinderschutzarbeit
Modul 7: Fallverstehen und Hilfeplanung (Prof. Martin Menzel)
- Beziehungsarbeit – von der Beratung zum Hilfeplan
- Sozialpädagogisches Fallverstehen
- Methoden und Instrumente: Familie als System, Netzwerk innerhalb der Familie, Genogramm, Entwicklungsberichte, Überprüfung auf Notwendigkeit, Angemessenheit und Geeignetheit
- Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Eltern
- Zielentwicklung und Ziele des Hilfeplans SMART-Ziele
Modul 8: Alle Kraft voraus! Selbstfürsorge und Burn-Out-Prävention im Kinderschutz (Anja Thürnau)
- Auseinandersetzung mit den eigenen Loyalitäten, Grundhaltungen und Glaubenssätzen, die die eigenen Kinderschutzarbeit stark beeinflussen oder blockieren können
- Kennenlernen verschiedener wirksamer Selbstfürsorgetechniken für Ihren "Notfallkoffer" - "Erstversorgung" in Krisen und herausfordernden Situationen
- Psychohygiene als professionelles Handeln im Kinderschutz