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Neu im ASD – Einführung in das Arbeitsfeld des Allgemeinen Sozialen Dienstes der Jugendämter

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Zielgruppe

neue Fachkräfte des Allgemeinen Sozialen Dienstes der Jugendämter in Sachsen-Anhalt

Beschreibung

Die Modulreihe „Neu im ASD“ richtet sich an neue Fachkräfte, die ihre Tätigkeit im Allgemeinen Sozialen Dienst aufnehmen. Ziel ist es, den Einstieg in die vielfältigen Aufgabenbereiche des ASD zu erleichtern und eine fundierte Grundlage für die berufliche Praxis zu schaffen. Das Programm umfasst acht Module, die zentrale Themen und Schwerpunkte der Arbeit im ASD behandeln. Dazu gehören unter anderem rechtliche Grundlagen, Aufgaben und Pflichten, Verantwortungsbereiche sowie praxisnahe Methoden und Fallarbeit. Teilnehmer*innen erhalten einen umfassenden Überblick über die Strukturen und Anforderungen des ASD und werden gezielt auf die Herausforderungen im Berufsalltag vorbereitet. Die Fortbildungsreihe bietet Raum für Austausch, Reflexion und Vernetzung mit Kolleginnen. Eine Teilnahmebescheinigung schließt den Kurs ab.

Inhaltliche Schwerpunkte

Modul 1: Haltungs- und Handlungssicherheit  als Kompass für Basiswissen und Entscheidungskompetenz (Peter Stieler)

Rechtsgrundlagen der Arbeit

  • Materiell rechtliches Grundlagenwissen aus Völkerrecht, GG, BGB und SGBVIII
  • Das Familien-Rechtehaus als Grundlage verfassungsgemäß vorgegebenen Handelns im dienenden Pflichtenrecht aller Erwachsenen
  • Das grundlegende Verhältnis zwischen Recht und Pädagogik
  • Das FamFG und die Rolle des Jugendamtes im Familiengericht - grundsätzlich und konkret

Die Subjektstellung des Kindes

  • Die gesetzlich vorgesehene Subjektstellung des Kindes im Kontext der „materiell berechtigten Interessen der Beteiligten“
  • Das Zusammenspiel von Kindeswohl, Kindeswille, Sorgepflicht und Wächteramt
  • Interne Aufgabenkreise mit getrennten Verantwortungs- und damit Machtbereichen von ASD/ PKD/ AVM
  • Lesen und Verstehen einschlägiger Entscheidungen von AG / OLG / BVerfG u.a. als Entscheidungsressource für den Alltag
  • Sich daraus ergebende Handlungs- und Haltungssicherheiten als Transfer in der beruflichen Praxis

Modul 2: Die Rolle(n) des ASD – Handeln in einem komplexen Arbeitsfeld (Sina Schwerdfeger)

  • Zwischen Hilfegewährung und Wächteramt – das Aufgabenprofil
  • Wer bin ich? Welche Erfahrungen bringe ich mit und wie könnten sich diese positiv/negativ auf meine Arbeit auswirken?
  • Rollen in den Arbeitsbereichen: Welche Entscheidungsgewalt habe ich, wie wirken sich meine Entscheidungen auf die Biografien von Kindern/Familien aus?
  • Kooperation und Haltung: Strukturelle und fallbezogene Kooperation, wie Ehrlichkeit und Transparenz Klarheit schafft
  • Reflexion meiner Haltung gegenüber Klient*innen
  • Umgang mit Stressoren

Modul 3: Rechtliche Grundlagen - Sozialverwaltungsrecht (Prof. Jörg Reinhardt)

  • Grundlagen des Allgemeinen Verwaltungsrechtes: Verfassungs– und Sozialrechtliche Grundsätze
    Beurteilungsspielräume und Ermessen, Amtsermittlung, Neutralität und Mitwirkungspflichten
  • Internationale, sachliche und örtliche Zuständigkeit (Überblick)
  • Verwaltungsakt und Bescheiderstellung
  • Betroffenenrechte, förmliche und formlose Rechtsbehelfe
  • Datenschutz (Überblick)

Modul 4: Rechtliche Grundlagen - Jugendhilferecht (Peter Stieler)

  • Aufbau des SGBVIII
  • Übersicht über die örtliche Zuständigkeit (§§ 86 ff. SGBV III)
    • Leistungsrechtliche Grundlagen, Formen der Leistungen (ambulant etc.)
    • § 19, 27ff., 41, der zunehmend an Bedeutung gewinnt
    • 35a SGB VIII: Eingliederungshilfe Inklusionscharakter, Arten der Beeinträchtigung, Antragsprozedur
    • Kooperation mit der wirtschaftlichen Jugendhilfe (Aufgaben, Leistungsspektrum, Kostenbeitragserhebung)

Modul 5: Gesprächsführung und Beratungsauftrag (Sina Schwerdfeger)

Gesprächsführung

  • Systemische Ansätze in der Gesprächsführung
  • Ansätze wertschätzender und konfliktfreier Kommunikation
  • Aufbau und Struktur eines Beratungsgespräches
  • Umgang mit Störungen, Widerstand und Zwangskontext
  • Gesprächsführung im Kinderschutz/ Konfrontationsgespräche bei Verdacht auf KWG

Beratung

  • Beratung in einer „verständlichen, nachvollziehbaren und wahrnehmbaren Form“
  • Beratung in unterschiedlichen Lebenslagen: Trennung, Scheidung, Umgang, Erziehungsberatung, Beratung im Umgang mit anderen Behörden, Vermittlung
  • Rolle im Trennungs-, Scheidungs- oder Umgangsverfahren: Aufgaben, Stellungnahmen und Mitwirkung im Prozess
  • Beteiligung von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Familien

Modul 6: Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (Prof. Dr. Heinz Kindler)

Grundinformation zum Gegenstandsbereich

  • Warum kommt es zu Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch? Auf welche Eltern und Kinder treffen Sie? Diskussionsstand zu „nicht-klassischen“ Gefährdungsformen: Miterleben von Partnerschaftsgewalt, Hochstrittigkeit, radikalisierte Eltern

Grundlagen des Kinderschutzrechts

  • Schwellen im Kinderschutz (z.B. Kindeswohlgefährdung); rechtliche Anforderungen an das Kinderschutzverfahren im Jugendamt; familiengerichtliches Kinderschutzverfahren; Garantenstellung, Auskunftsrechte und Verschwiegenheitsverpflichtungen

Handwerkszeug zu den Aufgaben im Kinderschutz

  • Ersteinschätzung von Gefährdungsmitteilungen; Einbezug von Eltern und Kindern; weitere Informationsquellen; Gefährdungseinschätzung im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte; Schutz- und Hilfekonzepte bei Gefährdung; Anrufung des Familiengerichts und Auftreten bei Gericht.

Weitere Aspekte

  • Vernetzung im Kinderschutz
  • Fehlerquellen und Qualitätsentwicklung in der Kinderschutzarbeit

Modul 7: Fallverstehen und Hilfeplanung (Prof. Martin Menzel)

  • Beziehungsarbeit – von der Beratung zum Hilfeplan
  • Sozialpädagogisches Fallverstehen
  • Methoden und Instrumente: Familie als System, Netzwerk innerhalb der Familie, Genogramm, Entwicklungsberichte, Überprüfung auf Notwendigkeit, Angemessenheit und Geeignetheit
  • Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Eltern
  • Zielentwicklung und Ziele des Hilfeplans SMART-Ziele

Modul 8: Alle Kraft voraus! Selbstfürsorge und Burn-Out-Prävention im Kinderschutz (Anja Thürnau)

  • Auseinandersetzung mit den eigenen Loyalitäten, Grundhaltungen und Glaubenssätzen, die die eigenen Kinderschutzarbeit stark beeinflussen oder blockieren können
  • Kennenlernen verschiedener wirksamer Selbstfürsorgetechniken für Ihren "Notfallkoffer" - "Erstversorgung" in Krisen und herausfordernden Situationen
  • Psychohygiene als professionelles Handeln im Kinderschutz

 

 

 

 

 

Hinweis

Achtung: Modul 3 findet terminlich vor dem Modul 2 statt!

Jetzt anmelden

08.04. - 24.11.2026
TP-0600 2601 | Halle (Saale)


Auskunft zu Anmeldung und Organisation

Kathrin Stude

(0345) 514-1640 fortbildung.landesjugendamt@lvwa.sachsen-anhalt.de

Auskunft zu Inhalten

Anna Ziethlow

03455141483 anna.ziethlow@lvwa.sachsen-anhalt.de

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