Menü Home
Produktsuche Ihre Lesezeichen Einloggen Zurück Zurück

trainingproduct

Ansprechpartner:innen
AGB/Datenschutz

Kinderschutzfachkraft

Qualifizierung von Fachkräften mit Tätigkeit im Kinderschutz

Zertifikatskurs

Weiterleiten
Lesezeichen
pdf Druck

Zielgruppe

Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, vorzugsweise aus Kindertageseinrichtungen. Die Teilnehmenden erhalten eine Ausbildung, die sie befähigt, in der jeweiligen Einrichtung/Organisation der Tagesbetreuung für Kinder als Expert:in im Kinderschutz im Sinne der Kinderschutzfachkraft gem. § 10a KiFöG zu agieren.

Beschreibung

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen und deren Wohl ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wenngleich diese Aufgabe allen Menschen  zufällt, sind es vor allem die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, die regelmäßig mit komplexen Fragen und konkreten Fällen zum Thema  Kindeswohl konfrontiert sind.

Professionelles Handeln im Rahmen des Bundeskinderschutzgesetzes und der §§ 8a und b SGB VIII erfordert eine hohe Fachkompetenz der pädagogischen Fachkräfte aus allen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe. Neben diesen gesetzlichen Grundlagen auf Bundesebene wurde auf Landesebene für Sachsen-Anhalt der Einsatz von Kinderschutzfachkräften in Einrichtungen der Tagesbetreuung für Kinder im § 10a des Kinderförderungsgesetzes (KiFöG) rechtlich verankert. Damit wird zusätzlich die Relevanz des Kinderschutzes in Tageseinrichtungen untermauert.

Eine wesentliche Aufgabe der Kinderschutzfachkraft ist die professionelle Unterstützung ihrer Kolleg*innen sowie ihres Trägers bei der Wahrnehmung des Schutzauftrages.

Dieser Zertifikatskurs strukturiert die Komplexität der verschiedenen Ebenen im Kinderschutz und vermittelt den Teilnehmer*innen rechtliches,  fachliches und methodisches Grundlagenwissen:

  • Sie werden mit zentralen Aufgaben und Verantwortungsbereichen einer Kinderschutzfachkraft vertraut gemacht.
  • Sie werden befähigt, gewichtige Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung einzuschätzen und entsprechend professionell zu handeln und zu beraten.
  • Sie lernen Verfahrensabläufe gem. § 8a SGB VIII kennen und Verantwortlichkeiten zu differenzieren.
  • Ihnen werden die wesentlichen rechtlichen Grundlagen im Kinderschutz vermittelt.
  • Sie erwerben Kompetenzen in der Beratung und Gesprächsführung sowohl mit Kolleg*innen als auch mit den Kindern und Familien.
  • Sie erhalten Einblicke in Hilfenetzwerke sowie Kooperationsstrukturen und verorten andere und sich selbst als Teil der  Verantwortungsgemeinschaft im Kinderschutz.
  • Dabei werden Abläufe und Anforderungen sowie methodisches Vorgehen an zahlreichen praktischen Beispielen erprobt.

 

Inhaltliche Schwerpunkte

Modul I: Fachberater*in im Kinderschutz – Einführung in die Thematik

  • Auftrag und Struktur der Kinder- und Jugendhilfe
  • Begrifflichkeiten im Kinderschutz: Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung
  • Kindeswohlgefährdung durch Gleichaltrige, Eltern/Personensorgeberechtigte, Mitarbeiter*innen von Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Schule
  • Rolle und Aufgaben der Kinderschutzfachkraft
  • Kinderschutz professionell betrachten: Rahmenbedingungen und Grundlagen Kinderschutz und Haltung

Rechtliche Grundlagen im Kinderschutz

  • gesetzliche Grundlagen im Kinderschutz
  • Sorgerecht
  • Wächteramt des Staates
  • Haftung
  • Datenschutz
  • Schweigepflichtentbindung
  • Gutachten
  • Gerichtsbarkeit
  • Garantenpflicht

Modul II: Verfahrensexperte*in – Kindeswohlgefährdung erkennen, beurteilen und handeln

  • Ursachen und Erscheinungsformen von Vernachlässigung, psychischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt sowie mögliche Auswirkungen
  • Differenzierung der Begriffe Grenzverletzung / Gewalt / Missbrauch
  • Risiko- und Schutzfaktoren von Kindern und Jugendlichen
  • Institutionelle Risiko- und Ressourcenanalyse
  • Verfahren und Instrumente der Gefährdungseinschätzung
  • kollegiale Beratung und Fallverstehen
  • Erarbeitung eines Schutz- und Hilfeplans
  • Genogrammarbeit
  • Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Eltern – Einführung

Modul III: Kinderrechte als präventiver Baustein gegen (sexualisierte) Gewalt     

  • UN - Kinderrechte als Grundlage im Kinderschutz
  • Kindeswohl und das Recht des Kindes auf Beteiligung
  • Risikofaktoren im Kontext (sexualisierter) Gewalt
  • Grundlagen kindlicher Sexualität
  • sexualisierte Gewalt gegen Kinder durch Erwachsene
  • sexualisierte Übergriffe durch Kinder und Jugendliche
    • Altersangemessenheit – Grenzverletzung – Übergriff – Missbrauch: eine Begriffsklärung
    • professioneller Umgang der Fachkräfte mit kindlicher Sexualität sowie übergriffigem Verhalten
  • Bedeutung von ganzheitlichen Schutzkonzepten in Einrichtungen

Modul IV: Fallberater*in Prävention und Intervention im Kinderschutz – Möglichkeiten und Grenzen

  • Bearbeitung eigener Fallbeispiele
  • kollegiale Beratung im Praxisbezug
  • Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Machtmissbrauch durch Mitarbeiter*innen von Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe und der Schule

Modul V: Fachberater*in Gesprächsführung

  • Gesprächsführung bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
  • Gespräche mit Eltern
  • Gespräche mit Kindern
  • Moderationstechniken für Dienstberatungen, Beratungsgespräche etc. strukturieren

Modul VI: Expert*in Kooperation und Vernetzung im Kinderschutz

  • Verantwortung im Kinderschutz
  • Kooperation und Vernetzung im Kinderschutz
  • Fehlerkultur: Fälle reflektieren
  • Qualitätsentwicklung – Kinderschutz in der Einrichtung weiterentwickeln
  • Vorstellung von Netzwerkpartner*innen aus verschiedenen Bereichen
    • z.B. Jugendamt, Beratungsstellen, Medizin etc.
    • kurze Vorträge einzelner Netzwerkpartner*innen, gemeinsame Diskussion

Abschlusskolloquium

  • Abschlussleistung
  • Resümee des Kurses
  • Zertifikatsvergabe

(Neu ab Kursen mit Beginn 2026:)

Reflexionstag. Etwa ein halbes Jahr nach dem Abschlusskolloquium erhalten Teilnehmende die Möglichkeit, nochmals gemeinsam mit der/dem Hauptreferent:in in der Kursgruppe zusammenzukommen. Ziel ist es, an diesem Tag die bis dahin erfahrene Praxis in der Rolle der Kinderschutzfachkraft zu beleuchten. Herausforderungen und aktuelle Probleme wie auch Ihre Erfolge können im Rahmen kollegialer Beratung besprochen werden.

Hinweis

Die erfolgreiche Teilnahme am Gesamtkurs wird mit einem Zertifikat des Landes Sachsen-Anhalt bescheinigt.

Bedingungen hierfür sind:

  • die Anwesenheit und Mitarbeit in jedem der sechs inhaltlichen Module
  • das Anfertigen einer Abschlussarbeit zu einem selbstgewählten, mit der/dem Hauptreferent:in abgesprochenen, Thema 
  • die Teilnahme am Abschlusskolloquium.

Im Verlauf des Kurses ist die Arbeit an pseudonymisierten Fällen aus Ihrer einrichtungsinternen Kinderschutzpraxis erforderlich. Bitte bereiten Sie zu diesem Zweck Fälle für den Seminarkontext vor.

Jetzt anmelden

16.04.2026 - 02.06.2027
TP-0350 2603 | LK Mansfeld-Südharz Eisleben Haus 2, Raum 3.11/3.12 Lindenallee 56 06295 Lutherstadt Eisleben

23.04.2026 - 03.06.2027
TP-0350 2604 | Halle (Saale)

20.08.2026 - 04.06.2027
TP-0350 2606 | online


Auskunft zu Anmeldung und Organisation

Marion Grajetzky

(0345) 514-1624 fortbildung.landesjugendamt@lvwa.sachsen-anhalt.de

Auskunft zu Inhalten

Gesine Nebe

(0345) 514-1293 gesine.nebe@lvwa.sachsen-anhalt.de

Diese Bildungsprodukte könnten Sie auch interessieren

  • Ähnliche Produkte im Bildungskatalog
  • Kinderschutz und Schutzauftrag

    Arbeitsfeldübergreifend

    10
  • Kindertagespflege, Kindertageseinrichtungen, Hort

    Arbeitsfeldbezogen

    22

... Zuletzt gesehen

  • Chaos oder Chance

    Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten, Interessen und Begabungen. Diese Unterschiede machen uns einzigartig und unverwechselbar. Manche Menschen sind körperlich, geistig oder seelisch behindert, andere sind in spezifischen Bereichen überdurchschnittlich oder hochbegabt und einige zeigen Besonderheiten in ihrer Entwicklung oder Auffälligkeiten in ihrem Verhalten. Diese Verhaltensauffälligkeiten sind vielfältig und haben unterschiedliche Ursachen. Krankheit, Störung, Andersartigkeit oder Absicht? – Was ist NORMAL und wer legt fest, was NORMAL ist?

    Im gemeinsamen Austausch erörtern wir, wie es gelingt, die Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen zu steigern und ihre individuellen Potentiale und Ressourcen auszubauen. Sie erfahren, wie und wodurch Fachkräfte und Bezugspersonen adäquat auf Verhaltensauffälligkeiten reagieren können, um Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu begleiten, ohne selbst zu verschleißen.

    2
  • Arbeitsorganisation und Kommunikation mit Kita-Apps. -Schwerpunkt: Kommunikation erleichtern mit einer App.

    Mittlerweile arbeitet eine Vielzahl von Einrichtungen mit Kita-Apps. Eine solche App kann den Arbeitsalltag erleichtern, die Kommunikation mit den Eltern verbessern und in einigen Fällen sogar die digitale  Bildungsdokumentation erleichtern.

    In dieser dreistündigen Fortbildungsveranstaltung an einem Nachmittag soll grundsätzlich über die wichtigsten Optionen der Anwendung von Kita-Apps informiert werden.

    Schwerpunktmäßig werden die Möglichkeiten der Kommunikation mit Eltern beleuchtet. Darüber hinaus wird die erfahrene Referentin mit den Teilnehmenden die vielfältigen Optionen und Features der unterschiedlichen Apps beleuchten. Ziel ist es, dass Kita-Teams 'ihre' App zum eigenen Vorteil so nutzen, dass sie den Arbeitsalltag erleichtern und zu einer Zeitersparnis führen.

     

    2
  • Partizipation und Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen

    Wir sind als Pädagog*innen aufgefordert, Kinder und Jugendliche entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen und die in einer für sie verständlichen, nachvollziehbaren und wahrnehmbaren Form.

    Die Gründe für Beteiligungshemmnisse sind möglicherweise routinierte Abläufe, Zeitprobleme oder mangelnde Erfahrung und Kompetenzen der Fachkräfte zur Motivation und Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen.

    Wie stimmen wir Atmosphäre, Tempo, Visualisierung, Gesprächsintensität und das Setting individuell auf unser Gegenüber ab? Und wie nutzen wir die leichte Sprache als Instrument.

  • Kinderrechte als präventiver Baustein gegen (sexualisierte) Gewalt

    Kinder in ihrer eigenen Autonomie und als Träger von Rechten zu stärken, ist eine wichtige Aufgabe von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe. Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen stellen zentrale Bausteine für eine wirksame Prävention gegen (sexualisierte) Gewalt und andere Formen von Kindeswohlgefährdung dar. Dabei lohnt es sich, einmal genauer auf die UN-Kinderrechte zu schauen und sich selbst zu überprüfen, welche Rolle diese in Ihrem beruflichen Handeln spielen und inwieweit Sie diese in Kinderschutzfällen noch stärker berücksichtigen können. 

    Im Rahmen des Online-Selbstlernkurses erwerben Sie umfangreiches Wissen in den Themenfeldern Kinderrechte, kindliche Sexualität und Kinderschutz. Mit Hilfe verschiedener Methoden und Ansätze durchlaufen Sie die Kapitel der Fortbildung und vertiefen die einzelnen Inhalte.

    1

© 2026 Landesjugendamt Sachsen-Anhalt
Powered by ecadia © 2026 ecadia GmbH

Ja Nein
  • Menü wieder schließen
  • Mein Zugang
  • Einloggen

  • Fortbildungsprogramm

Derzeit ist kein Lesezeichen gesetzt.

Katalogausdruck